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Funktions- und organerhaltende Therapie des Prostatakarzinoms mit Jod125-Seeds
In den USA wird die Seed-Implantation mit
Iod-125 bereits seit über 15 Jahren angewandt. Mit steigender Tendenz
werden dort jährlich etwa 50 000 Patienten behandelt. Aufgrund der
guten Ergebnisse bei vergleichsweise geringfügigen Nebenwirkungen
und der relativ geringen Belastung für den Patienten hat sich die
Methode auch in Deutschland etabliert.
In Zusammenarbeit sowohl mit der Urologischen Klinik der Kliniken
Maria Hilf GmbH (Priv. Doz. Dr. Sperling) als auch mit urologischen
Kliniken der Region und mit niedergelassenen Urologen werden Patienten
mit einem Prostatakarzinom im Frühstadium statt einer radikalen Prostatektomie
oder aufwendigen konformalen Strahlentherapietechniken mit einer permanenten
Implantation von Jod125-Seeds behandelt.
Diese Therapieform führen wir seit 2003 gemeinsam mit den Kollegen
der Urologischen Klinik erfolgreich durch. Ansprechpartner sind Herr
Oberarzt Dr. Wanko, Urologische Klinik,
und Herr Oberarzt Dr. Krings,
Klinik für Strahlentherapie. Modellhaft ist diese Therapie in das
Projekt der integrierte Versorgung des Prostatakarzinom eingebunden.
Die Strahlenquelle in Form von wenigen Millimetern messenden radioaktiven
Stiften (Seeds) mit Iod-125 wird direkt in die Prostata eingebracht.
Die Strahlung der Seeds reicht nur wenige mm im Gewebe, so dass das
Tumorgewebe zwar zerstört, jedoch das umliegende gesunde Gewebe geschont
wird. Aus diesem Grund kann die Gesamtstrahlendosis bei der Seed-Implantation
auf bis zu 145 Gray erhöht werden, ohne dass folgenschwere Nebenwirkungen
auftreten. Eine Weiterentwicklung, die wir anwenden, stellt die "Rapid
Strand-Technik" dar, bei der die Iod-Seeds über einen Faden verbunden
sind, und nicht einzeln implantiert werden. Dadurch wird eine präzisere
Implantation erreicht, die Dauer der Implantation verkürzt und die
Wanderung der Seeds nahezu ausgeschlossen. Die bis zu 80 Seeds verbleiben
dauerhaft in der Prostata und geben über einen Zeitraum bis zu 12
Monaten kontinuierlich Strahlen ab und werden schließlich inaktiv.
Die inaktiven titanummantelten Seeds sind für den Patienten nicht
spürbar und haben keine nachteilige Wirkung auf das umliegende gesunde
Gewebe.
Die Vorteile der Seed-Implantation im Überblick:
- Es wird zielgerichtet das Prostatagewebe mit dem Tumor bestrahlt.
Umliegende Organe und Gewebe werden dadurch weitestgehend geschont.
- Risiken wie Impotenz und Harninkontinenz können deutlich vermindert
werden.
- Die Implantation der Seeds wird minimal-invasiv durchgeführt
und stellt deshalb keine große Belastung für den Körper dar.
- Der Eingriff dauert etwa eine bis zwei Stunden und kann ambulant
durchgeführt werden.
- Nach der Implantation müssen keine langen Schonzeiten eingehalten
werden. Nach wenigen Tagen kann der Alltag wieder aufgenommen
werden.
Strahlentherapie des Prostatakarzinoms 
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