Über uns Info für Patienten Info für Ärzte Virtueller Rundgang Kulturimpulse
Aktuelles

Prostatakarzinom: Funktions- und organerhaltende Therapie
Interdisziplinäre urologisch-strahlentherapeutische Sprechstunde

In Kooperation mit den Kollegen der Urologischen Klinik führen wir seit 2004 mit großem Erfolg eine funktions- und organerhaltende Therapie des Prostatakarzinoms mit Jod125-Seeds durch.
In den USA wird die Seed-Implantation mit Iod-125 bereits seit über 15 Jahren angewandt. Mit steigender Tendenz werden dort jährlich etwa 50 000 Patienten behandelt. Aufgrund der guten Ergebnisse bei vergleichsweise geringfügigen Nebenwirkungen und der relativ geringen Belastung für den Patienten hat sich die Methode auch in Deutschland etabliert.
In Zusammenarbeit sowohl mit der Urologischen Klinik der Kliniken Maria Hilf GmbH
(Priv. Doz. Dr. Sperling) als auch mit urologischen Kliniken der Region und mit niedergelassenen Urologen werden Patienten mit einem Prostatakarzinom im Frühstadium statt einer radikalen Prostatektomie oder aufwendigen konformalen Strahlentherapietechniken mit einer permanenten Implantation von Jod125-Seeds behandelt. Ansprechpartner sind Herr Oberarzt Dr. Wanko, Urologische Klinik, und Herr Oberarzt Dr. Krings, Klinik für Strahlentherapie). Modellhaft ist diese Therapie in das Projekt der integrierte Versorgung des Prostatakarzinom eingebunden.

Die Strahlenquelle in Form von wenigen Millimetern messenden radioaktiven Stiften (Seeds) mit Iod-125 wird direkt in die Prostata eingebracht. Die Strahlung der Seeds reicht nur wenige mm im Gewebe, so dass das Tumorgewebe zwar zerstört, jedoch das umliegende gesunde Gewebe geschont wird. Aus diesem Grund kann die Gesamtstrahlendosis bei der Seed-Implantation auf bis zu 145 Gray erhöht werden, ohne dass folgenschwere Nebenwirkungen auftreten. Eine Weiterentwicklung, die wir anwenden, stellt die "Rapid Strand-Technik" dar, bei der die Iod-Seeds über einen Faden verbunden sind, und nicht einzeln implantiert werden. Dadurch wird eine präzisere Implantation erreicht, die Dauer der Implantation verkürzt und die Wanderung der Seeds nahezu ausgeschlossen. Die bis zu 80 Seeds verbleiben dauerhaft in der Prostata und geben über einen Zeitraum bis zu 12 Monaten kontinuierlich Strahlen ab und werden schließlich inaktiv. Die inaktiven titanummantelten Seeds sind für den Patienten nicht spürbar und haben keine nachteilige Wirkung auf das umliegende gesunde Gewebe.

Die Vorteile der Seed-Implantation im Überblick:
  • Es wird zielgerichtet das Prostatagewebe mit dem Tumor bestrahlt. Umliegende Organe und Gewebe werden dadurch weitestgehend geschont.
  • Risiken wie Impotenz und Harninkontinenz können deutlich vermindert werden.
  • Die Implantation der Seeds wird minimal-invasiv durchgeführt und stellt deshalb keine große Belastung für den Körper dar.
  • Der Eingriff dauert etwa eine bis zwei Stunden und kann ambulant durchgeführt werden.
  • Nach der Implantation müssen keine langen Schonzeiten eingehalten werden. Nach wenigen Tagen kann der Alltag wieder aufgenommen werden.
<-- zurück